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Buchempfehlungen



17.01.2006 00:12:10 Rahib

Bücher über Aserbaidschan

 

In dieser Rubrik werden Bücher über Aserbaidschan, seine Kultur, Kunst und Architektur sowie über das Leben in dieser kaukasischen Republik vorgestellt. Selbstverständlich können wir hier nicht alle Bücher vorstellen, aber wir freuen uns auf Ihre Zuschriften sowie Empfehlungen, die uns sicherlich ganz viel dabei helfen würden, die besten Bücher hier vorstellen zu können. Also, wenn Sie auch ein interessantes und spannendes Buch zu empfehlen haben, teilen Sie uns bitte per E-Mail mit. Sehr gerne werden wir auch über Ihr Lieblingsbuch in dieser Rubrik berichten. Alle Leser, die großes Interesse an den hier vorgestellten Fachbücher haben, können uns auch gerne kontaktieren, vielleicht können wir ihnen bei der Suche helfen. Ein gutes Buch muss ja seinen Leser finden.

 

Als erstes stellen wir Ihnen das 1980 in Budapest herausgegebene Buch über aserbaidschanische Architektur an Beispielen von Palästen, Türmen uns Moscheen von den Anfängen bis zum 18. Jahrhundert, sowie über die Kunst und Geschichte Aserbaidschans und seiner kulturreichen Städte vor.

 

Aserbaidschan. Paläste, Türme, Moscheen

 

Ausschnitt aus dem Buch von Ilona Turanszky mit Hochglanzbilder von Karoly Gink. Aus dem Ungarischen übersetz von Tilda und Paule Alpari.

 

Aserbaidschan, eines der ältesten Siedlungsgebiete der Menschheit, an den alten Karawanenstraßen vom Kaspischen Meer nach Mesopotamien gelegen, bietet ungemein interessante Sehenswürdigkeiten. Seine Kunst ist aus der Verschmelzung mehrerer Kulturen hervorgegangen. Alte Befestigungen, islamische Moscheen mit wunderbaren Steinmetzearbeiten, die Tempelruinen der Feueranbeter und daneben moderne Erdölbohrtürme prägen das abwechslungsreiche Bild des Landes. Die Schätze des aserbaidschanischen Kunstgewerbes, der altertümlichen und mittelalterlichen Goldschmiedearbeiten sowie die berühmten Teppiche mit ihren Formenreichtum und den herrlichen Motiven erwecken unsere Bewunderung. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Landes folgt die Beschreibung der wichtigsten Kunstdenkmäler. 148 Fotos von Karoly Gink, davon 16 ganzseitige Farbtafeln, vermitteln die mehrere Jahrtausende alte Kunst.

 

Das zweite Buch, das einen Blick hinter der Kulissen der aserbaidschanischen Kunst wirft, wurde 1989 in Leipzig gedruckt und ist genau wie das erste reich an Bilder.

 

Hiermit fügen wir ein Paar Ausschnitte aus diesen Büchern hinzu, damit Sie einen ersten Eindruck gewinnen könnten. Beide Fachbücher sind ganz gut für Recherchen in den Bereichen Architektur, Kunst und Geschichte geeignet und sind der Zeit noch bei amazon.de zu erwerben. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Aserbaidschan – ein Land der Berge und fruchtbaren Flusstäler

Ausschnitte aus dem Buch „Die Kunst Aserbaidschans vom 4. bis zum 18 Jahrhundert“

von L. Bretanski, B. Weimarn, B. Brentje

 

An den Küsten des Kaspischen Meeres südlich des Kaukasus ziehen sich gewaltige Bergketten von Nordwesten nach Süden und Osten. Ihre Spitzen steigen bis zu 4820 Metern empor (der erloschene Vulkan Sawalam bei Arbebil), und ein kontinentales Klima bringt bis zu neuen Monaten Schnee. Die Hochgebirge deckt eine Kältetundra. Wenige Stunden entfernt dehnt sich von Lenkoran bis Gilan ein subtropisches Sumpf- und Urwaldgebiet, das von den Niederschlägen aus der Verdunstung des Kaspischen Meeres gespeist wird. Fruchtbar sind außer dem Lenkoran-Gilan-Gebiet vor allem die Flussebenen an der Kura und am Aras – dem Araxes der Antike – und die Hochebenen an den Südhängen des Kaukasus.

                       

Als in Asiens alten Kulturregionen Staaten entstanden waren, kam dem Land zwischen Kaukasusbergen und dem Meer eine doppelte Rolle zu. Durch Aserbaidschan führten die Handels- und Heerstraßen von Vorderasien nach Mittelasien nach China und Indien. Jahrtausende hindurch gab der Transithandel dem Land eine sich stets erneuernde Grundlage, die alle Kriege überdauerte. Die Geschichte des aserbaidschanischen Volkes und seiner Kultur ist somit wechselvoll und unauflöslich mit der Geschichte vieler anderer Völker und Regionen verbunden.

 

Ursprung und historischer Hintergrund des Namen Aserbaidschan

 

Der Name Aserbaidschan für das Land südwestlich des Kaspischen Meeres ist Jahrtausende alt. Er geht auf die älteste bekannteste Herrschergestalt des Landes, Atropates, zurück, nach dem das heutige Südaserbaidschan (Iranisch-Aserbaidschan) in der Antike Atropatene genannt wurden. Atropates lebte in der Zeit Alexanders des Großen und nahm während des Zerfalls des Makedonenreiches den Königstitel an.

 

Lange Geschichte und die hohe künstlerische Kunst Aserbaidschans

 

Aserbaidschan hat in der Geschichte eine wechselvolle Rolle gespielt. Eins zählte es zu den Entwicklungszentren der Landwirtschaft, da über den Bergen die aus dem Mittelmeer herüberziehenden Wolken abregnen und seit der Eiszeit ein sesshaftes Leben ermöglichen.

 

Die wechselvolle Geschichte Aserbaidschans und seines Volkes mit seiner Weltanschauungen  spiegelt sich in der sehr vielfältigen Kunst des Landes wider. Viele ihrer Werke nehmen in der Weltkultur mit Recht einen bedeutenden Platz ein. Von Aserbaidschan sagt man nicht ohne Grund, sein gesamtes Territorium wie ein einzigartiges großes Museum wirkt, von dessen Schätzen nur ein kleiner Teil bereits für alle zugänglich ist. Es ist tatsächlich schwer, ein Gebiet zu nennen, in dem sich keine Denkmale der materiellen und künstlerischen Kultur des Volkes erhalten hätten.

 

Felsmalereien in Kobystan

 

Die Völker der Steinzeit und der Bronzezeit hinterließen Felsbilder und verzierte Gefäße, phantasievollen Schmuck und prunkvolle Waffen. Die Bilderwerke sprechen von der Verehrung der Sonne und verschiedener Tiere, zum Beispiel des Schwans als Seelenvogel oder der Wildziege als Herrin der Berge. Nicht weit von Baku, im Gebiet Kobystan, dem Land der Schluchten, halbwüstenähnlich, das auf einigen Karten vom Ende des 19. Jahrhunderts nicht zufällig Kabristan („Land der Toten“) genannt wurde, sind großartige Denkmale aus der fernen Vergangenheit erhalten. Die Felsbilder in Kobystan weisen auf Jagdkulte und Ritualtänze. Dort befinden sich gut erkennbare Reste eines Kromlechs, einer jungzeitlichen Kult- und Begräbnisstätte, aber man kann auch eine Steinplatte mit einer kurzen lateinischen Inschrift sehen, die „Visitenkarte“ einer römischen Legion des Imperators Domitian, die hier ihren Aufenthalt im ersten nachchristlichen Jahrhundert unserer Zeit verewigte.

 

Unweit davon befindet sich der „Hawal tschland dasch“(Von der Redaktion: aus dem Aserbaidschanischen – schön klingender Stein) – ein ehemaliges Steintamburin. Durch Klopfen an der auf der flachen Seite aufgestellten großen Platte kann man einfache, rhythmisch klare Motive erzielen, die wahrscheinlich die rituellen Tänze und andere Kulthandlungen begleitet haben. Auf diese lassen auch die künstlichen Vertiefungen in den überall verstreut liegenden großen Steinbrocken schließen, in denen offensichtliche das Blut der Opfertiere abfloss.

 

Die Attraktion Kobystans aber sind die Felsmalereien, sie ziehen in- und ausländische Wissenschaftler und Touristen am meisten an. Das von der Natur geschaffene Labyrinth der nicht weit davon entfernten Felsausgänge und großen Steinbrocken – Bejükdasch, Kitschikdasch und Dschingirdag – enthält einige Tausend solcher Skizzen, die Szenen aus dem Leben, dem Alltag und der Arbeit der Ureinwohner darstellen.

 

Die auf der Oberfläche der Felsen „eingravierten“ Darstellungen umfassen äußerst vielfältige Sujets bis hin zu völlig unerwarteten Themen. Eine Vielzahl von Abbildungen von seinerzeit hier lebenden pflanzenfressenden Tieren, vorzugsweise der als Jagdobjekte dienenden Stiere und Ziegenböcke, wechseln mit Jagd- und Arbeitsszenen. Neben den auf Pferden reitenden Jägern kann man eine einzelne reckenhafte Figur eines Schnitters mir Sichel antreffen. Die Reigen tanzender menschlicher Figuren, die unwillkürlich an die noch in Aserbaidschan existierenden Volkstanzgruppen erinnern, lösen schematische Darstellungen von Ruderbooten und Sonnenzeichen ab.

 

Neben frontalen Wiedergaben in einem Teil der Abbildungen findet man schnelle Bewegungen und kühne Perspektiven bei anderen; die naivrealistische Zeichnungen von Lebewesen kontrastiert mit der Symbolik eines Piktogramms, einer auf dem Hügel Jasyly (Von der Redaktion: aus dem Aserbaidschanischen – Beschriftete) eingezeichneten Skizze am Fuße des Berges Dschingirdag. Die eigenartige Bildergalerie der ältesten Bewohner dieses Gebietes ist somit nicht nur inhaltlich aufschlussreich sondern lässt auch die Entwicklung der ästhetischen Vorstellungen erkennen.